Evolution der Defqon.1
Festivals

Von einem 12 Stunden Event zu vier Tagen ‚Full of Madness‘ – Das ist die Evolution der Defqon.1 – Part 1

Wer kann sich noch an das atemberaubende drei Stunden lange Defqon.1 Legends Set auf der Defqon.1 2017 erinnern? Wo Q-Dance uns gemeinsam mit den bekanntesten Namen der Szene auf eine Reise durch die Zeit genommen hat. Heute nehme ich euch mit auf eine kleine Reise durch die Evolution unserer geliebten Defqon.1.

‚Come with me on this journey‘

Bis heute ist einer meiner liebsten Festival Momente, bei welchem ich live dabei sein durfte, das dreistündige Defqon.1 Legends Set von 2017. Die Reise durch die Geschichte der Musik, aber auch des Festivals, was mir so sehr am Herzen liegt, hat mich damals schon mitgerissen und fasziniert. Wie sich die Musik über die 15 Jahre verändert und weiter entwickelt hat, ist einfach extrem spannend.

Die Defqon.1 zählt inzwischen zu einem der größten Harder Styles Festivals weltweit, zu welchem jährlich weitaus mehr als 70.000 Besucher:innen nach Biddunghuizen reisen, um dort drei Tage lang zu ihren liebsten Beats zu hakken, klaplongen und kickrollen. Doch wo hat das Event seinen Ursprung, was steckt dahinter und wie hat es sich über die inzwischen 17 Editionen weiter entwickelt?

Die Anfänge der Evolution der Defqon.1

Die erste Defqon.1 von Q-Dance hat 2003 am Almere Strand in Flevoland als ein 12 Stunden Rave stattgefunden. Von 11:00-23:00 Uhr konnte gefeiert, getanzt und eskaliert werden. Allerdings war die erste Edition des welltbekannten Festivals nicht exlusiv den Harder Styles verschrieben, sondern auch Genres, wie Techno und HardTrance hatten lange eine eigene Stage auf dem Festival.

Die Tickets zu der allerersten Defqon.1 haben damals rund 40€ gekostet. Mit Artists, wie Darkraver, Buzz Fuzz, Luna, Pavo, Technoboy, Isaac, Showtek und The Prophet haben bereits vor 18 Jahren Djs aufgelegt, die bis heute fest in unserer Szene etabliert sind.

Defqon.1 Weekend Festival 2017 | Defqon.1 Legends | 15 Years of Hardstyle

‚In 2003 a seed was planted with the perf of the first Defqon.1‘

Wer kennt es nicht, das einzigartige Stage Konzept, wo jedem Genre eine eigenen Farbe auf der Defqon.1 zugeordnet wird? Dies gab es schon immer, wobei die erste Edition des Festivals durchaus andere Genres und Stages beinhaltete. Die Red als die Mainstage, Black als die Hardcore und die Blue als die Hardstyle Stage waren bereits von Anfang an Teil des Spektakels. Dazu kamen die Green für Techno, die Orange auf der vor allem HardTrance gespielt wurde, die Yellow mit NRG (NRG ist ein besonders in den 1980er Jahren beliebtes Elektro-Genre und geht dabei mehr in die Techno-Richtung) und die Purple als Talent Stage.

Lange waren eben nicht nur Subgenres des Hardstyles und Hardcores auf der DQ.1 vertreten, sondern auch weitere elektronische Genres, wie Techno, Trance und Hardtrance. Eine weitere Stage, welche seither jedes Jahr auf dem Event in erst Almere und später Biddinghuizen zu finden ist, ist die Purple Stage. Die Talent Stage, auf welcher jedes Jahr junge Newcomer-DJs ihr Können unter Beweis stellen gehört auch dazu. Über die Jahre haben so DJs, wie D-Block & S-Te-Fan, B-Front und Headhunterz ihr Debut auf der Defqon.1 feiern können.

Wusstest du, dass Headhunterz, gemeinsam mit Bobby van Putten, 2004 unter dem Namen ‚Nasty D-Tuners‘ sein Defqon.1 Debut auf der Talent Stage feierte? Damals erreichten die beiden gemeinsam sogar den ersten Platz des Wettbewerbes.

Ich persönlich finde es extrem spannend durch die alten Line Ups der vergangenen Defqon.1 Editionen zu scrollen und zu entdecken, welche Artist ihre ersten Debuts auf dem Event hatten. Gerade die Talent Stage bot über die Jahre hinweg immer wieder ein Sprungbrett für, nun inzwischen große, DJs unserer Szene. So hatten 2010 beispielsweise gleich mehrere Artists ihr Debut. Unter anderem Atmozfears, Bioweapon mit Code Black sowie Audiofreq und Frequencerz. Man sieht also, die Purple Stage bringt Jahr für Jahr neue Talents hervor.

Vom Strand zum Freizeitpark – Die Defqon.1 zieht um

Bis zum Jahr 2010 fand die Defqon.1 jährlich Mitte Juni am Almere Strand in Flevoland statt. Zu Beginn jedoch erst als ein 12 Stunden Event, immer von 11:00-23:00 Uhr. Als dann 2011 die Defqon.1 bedingt durch fehlende Genehmigungen umziehen musste, fand das Festival sein neues Zuhause in Biddinghuizen. Bis heute findet es nun neben dem niederländischen Freizeitpark Walibi World in der Gemeinde Dronten statt.

Evolution of Defqon.1 Festival

Defqon.1 goes International – Australien und Chile

Im Jahr 2009, zum ersten Mal in der Geschichte der Defqon.1, findet das Event nicht nur in den Niederlanden statt. Die Evolution geht weiter – die Defqon.1 goes International. Schon lange sind die Harder Styles nicht mehr nur ein Underground Genre aus Holland. Weit über die Grenzen des kleinen Königreiches werden nicht nur Hardstyle und Hardcore, sondern auch alle Subgenres geliebt und gefeiert, so auch im sonningen Australien. Im Olympiapark in Sydney wurden zwischen 2009 und 2018 ganze 9 Editionen des Festivals als die Defqon.1 Australia gefeiert. Nachdem Australien im Sturm erobert wurde, hatte das Festival in Süd-Amerika in Chile mit zwei Editionen, 2015 und 2016, zwar nur einen kurzen, aber immerhin einen Auftritt.

Defqon.1 Festival Australia 2012 | Official Q-Dance Aftermovie

2011: Der nächste große Step in der Evolution

Es geht Schlag auf Schlag. Nachdem sich 2009 die Defqon.1 international weiter orientiert hat, kommt 2011 der große Umzug zu der aktuellen Location in Biddinghuizen. Und damit nicht genug. Im Jahre 2011 gab es erstmals die Möglichkeit auf dem Gelände zu campen. Zwar war das Festival bis 2011 noch nur 12 Stunden lang, doch durch die Preparty am Freitag wurde das Spektakel bereits auf mehrere Tage ausgeweitet. Die Edition 2012 unter dem Motto ‚World of Madness‘ wurde dann erstmals ein drei Tages Event, wie wir es heute kennen. Drei Tage voller verrückter Elemente, dem Gathering und Endshows. Und so schreitet die Evolution der Defqon.1 weiter. Von Jahr zu Jahr zählt das Festival mehr Besucher, mehr Djs und mehr verrückte, indivuelle Elemente.

Schon lange kein underground Establishment mehr

Die Defqon.1 hat 2003 als eines der ersten Outdoor-Events von Q-Dance klein angefangen. Mit 12 Stunden, rund 25000 Besuchern und sechs Stages startete sie klein aber fein und konnte sich in sage und schreibe 17 Editionen als eins der bekanntesten Harder Styles Festivals etablieren. Inzwischen zählt die Defqon.1 mehr als 14 verschiedene Stages, bei welcher jedes Harder Styles liebende Herz auf seine Kosten kommen kann. Den über 70.000 Besuchern wird in den drei Tagen Full of Madness so einiges geboten. So treten über die drei Tage verteilt weit mehr als 250 verschiedene Artists in Biddinghuizen auf. Von Hardstyle, über Euphoric, Classics, Raw, Xtra Raw, bis hin zu Hardcore und Frenchcore wirklich jedes Subgenre ist inzwischen mit einer eigenen Stage zu finden, sodass es nie langweilig wird.

Defqon.1 Weekend Festival 2016 | Official Q-dance Aftermovie

Und was ist der nächste Schritt in der Evolution der Defqon.1?

Nachdem coronabedingt die Editionen im Jahr 2020 und 2021 ausfallen mussten, konnte Q-Dance mit einer atemberaubenen Home-Edition wenigstens ein wenig Defqon.1-Feeling in das heimische Wohnzimmer zaubern. Über zwei Tage hinweg konnten wir gemeinsam mit Q-Dance und vielen Arists Biddinghuizen nach Hause holen. Q-Dance hat damit Livestreaming wirklich auf ein neues Level gebracht. Mehr zur Defqon.1 @ Home kannst du hier lesen.

Doch damit nicht genug. Im Mai 2021 lässt Q-Dance endlich das geschehen, was viele von uns bereits seit der Defqon.1 2019 spekuliert, manche gefürchtet und viele erhofft hatten. Defqon.1 is back, better, longer and stronger than ever. Nach der zwei jährigen Pause kehrt das beliebte Event 2022 mit nicht zwei, nicht drei, sondern ganzen vier Tagen Madness zurück. Damit geht der niederländische Festivalveranstalter einen riesen Schritt und öffnet dem Event eine neue Tür, mit noch mehr verrückten Acts, Artists, Erfahrungen und toller Musik. Wir können also gespannt sein, was Q-Dance in den nächsten Jahren noch so für uns im Petto hat. Schau dir das Ankündigungsvideo hier noch einmal an.

In dem nächsten Teil der Artikelreihe erfährt ihr weitere spannende Fakten rund um eines der beliebtesten Harder Styles Festivals der Welt.

Lisa-Marie Müller
'This is the world we know best, the world of madness.' - World of Madness - Headhunterz, Wildstylez & Noisecontrollers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert