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Lichtblick für die niederländische Eventindustrie

Soeben gaben der niederländische Gesundheitsminister De Jonge und Premierminister Rutte in einer gemeinsamen Pressekonferenz positive Neuigkeiten für die Eventbranche bekannt: Events dürfen ab dem 25. September offizell wieder stattfinden! – Unter welchen Auflagen, lest ihr zuerst bei uns.

Nach der Kabinettssitzung am Sonntag ließen Insider bereits einige Informationen zu den neuen Corona-Regelungen durchsickern. Viele niederländische Medien berichteten gestern schon darüber. Auch Ingrid van Engelshoven (Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft) kündigte heute morgen bei “Goedemorgen Nederland”, dem niederländischen Pendant zu “Guten Morgen Deutschland”, an, dass es gute Nachrichten für die Eventbranche gäbe.

In der Pressekonferenz heute Abend wurden die neuen Corona-Regelungen, auch im Bezug auf Events, nun offizell bekanntgegeben. Hier die Bekanntmachungen im Überblick:

  • Events dürfen ab dem 25. September mit 75% der Besucheranzahl wieder stattfinden
  • Veranstaltungen dürfen in der Zeit von 24 – 6 Uhr nicht stattfinden, dies gilt auch für Clubevents und die gesamte Gastronomie
  • Sitzevents dürfen mit 100% Kapazität wieder stattfinden
  • Das niederländische Pendant zu unserer 3-G Regel (genesen, geimpft, getestet) wird der “corona toegangsbewijs” sein. Wie bei uns ist dieser Voraussetzung für den Zugang zu einem Event.
  • Die 1,5 Meter Abstand Regel wird ab 25. September aufgehoben. Es wird zwar noch empfohlen den Abstand einzuhalten, aber dies ist nicht mehr verpflichtend.
  • Mehrtätige Outdoor-Festivals dürfen wieder in voller Kapazität stattfinden, unter der Voraussetzung, dass Besucher alle 24 Std ihren “corona toegangsbewijs” vorzeigen (Fraglich ist allerdings, wie dies für Ungeimpfte oder Ungenesene umgesetzt werden kann)

Warum 75% der Kapazität?

Dies ist eine Frage, die sich wahrscheinlich viele niederländische Veranstalter sowie Kulturschaffende stellen. So auch die Veranstalter der Unmute Us Proteste, welche dies als “einen Schlag ins Gesicht der Eventbranche” bezeichneten. Außerdem bezeichnet ID&T CEO Ritty van Straalen die 75% als völlig willkürlichen Prozentsatz und weißt daraufhin, dass Veranstalter so vor einem finanziellen Problem stehen. Einen Gewinn würden die Veranstalter*innen meist nur durch ausverkaufte Events erzielen. Weiterhin wirft er der Regierung vor, dass diese Maßnahme auf “Imagining” hinzielt. – Es scheint also so, als würde die Regierung diese Maßnahmen nur zur Besänftigung erlassen, einen wirklichen Nutzen zieht die Branche daraus aber nicht.

Viele Veranstalter*innen von bereits ausverkauften Events sollte diese Regel sowieso vor ein Problem stellen. Diese können ja nicht einfach willkürlich bestimmte Besucher*innen von ihren Event ausschließen. In der nächsten Zeit wird sich wohl zeigen, wie die Festivalveranstalter*innen damit umgehen. Es bleibt also spannend…

Rouwen Brouwer, der Vorsitzende von MOJO, dem Veranstalter vieler niederlädnsicher Events wie bspw. auch dem Lowlands, empörte sich ebenfalls über die 75% Regelung: “Was macht es für einen Unterschied, ob ein Event mit voller Kapazität oder mit 75% der Besucher stattfindet?” Die Regierung habe keine Erklärung dafür, so Brouwer. Außerdem habe man bei den wissenschaftlichen Studien “Fieldlab” Anfang des Jahres beweisen können, dass es keinen Unterschied mache.

Details zu Gespräch hinter geschlossenen Türen werden Sonntag bekannt

Brouwer verriet zuletzt Sonntag Nacht bei der TV-Show Op1 Details zu einem bizarren Gespräch mit Gesundheitsminister De Jonge. Dieser solle ihn gefragt haben, ob sie sich inoffizell einigen können, dass keine Events mehr organisert werden. Sogar das Tanzen wolle er für eine Weile verbieten.

Fragwürdig bleibt letztendlich auch der Sinn der 75%-Kapazität Regel sowie der Regel, dass Clubs nur bis 24 Uhr geöffnet sein dürfen. Klar ist dennoch: Es ist immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont in dieser dunklen, festivallosen Zeit und die Unmute Us Proteste waren wohl nicht vollständig umsonst. Diverse Veranstalter kündigten nach der Pressekonferenz auch schon an, dass ihre Events stattfiden werden. Dazu zählen zum Beispiel die Pussy Lounge oder das Rebelion Event von Reawake. Wie andere Veranstalter damit umgehen und was dies für bereits angekündige Events nach 24Uhr bedeutet, wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen. Denkbar wäre eine Verlegung der Events, sodass diese die Veranstaltungszeit von 24 Uhr nicht überschreiten sowie eine tatsächliche Reduzierung der Besucherzahl.


Leo Lau
"Pain is temporary, at the end of pain is success!" - Pain is temporary, Thyron

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