Frenchcore
Musik

In den Tiefen des Frenchcores – 1.0

ENGLISH VERSION BELOW! Frenchcore. Ein Produkt der französischen Rave und Freetekno Szene, welches tausende von Hard-Dance Herzen höher schlagen lässt. Entstanden in den Anfängen der 1990er Jahre und heute beliebter und berühmter denn je. Doch wo und wann ist dieser Hype entstanden? Und was macht das Genre Frenchcore so besonders? Wir haben nachgeforscht, uns mit Fans und Artists der Musikrichtung unterhalten und versuchen euch dies im ersten Teil von “In den Tiefen des Frenchcores” näher zu bringen.

Die Frenchcore Historie

Ursprünglich stammt das Genre Frenchcore, wie oben bereits erwähnt, aus der französischen Rave und Freetekno Szene und entstand in den frühen 1990ern. Der erste Frenchcore Act, bestehend aus DJ Radium und Al Core, wurde 1992 gegründet und hieß Micropoint. Viele Jahre war Frenchcore so “underground”, dass es nur in Italien und Frankreich bekannt war, bis im Jahre 2010 eine Neuerfindung der Musikrichtung stattfand, welche viele aufstrebende Künstler und einen schwerwiegenden holländischen Einfluss mit sich brachte. 2011 fand die erste Ausgabe von “Frenchcore S’il Vous Plait” in den Niederlanden statt und nur ein Jahr später hostete die Thunderdome eine eigene Area, welche nur diesem Genre gewidmet war. Danach ging es für Frenchcore und dessen Producer rasant bergauf, es folgten Stages auf allen essentiellen Harder Styles Festivals Europas, als auch unzählige Alben und Künstler, die diese Musikrichtung wahnsinnig prägten.

Gänsehautmomente

“Es ist diese Kombination aus heavy kicks und ergreifenden Melodien, der Kontrast zwischen etwas wunderschönem und etwas zerstörerischem. Und insbesondere wie diese zwei gegensätzlichen Faktoren zusammen arbeiten und gemeinsam deine Seele berühren.” erzählt mir AnneX, Frenchcore Produzentin aus Kanada.
“Außerdem schafft es Frenchcore immer wieder aus alten Klassikern etwas neues zu erschaffen und trotzdem die Magie der Klassiker nicht zu verlieren.” fügt Marvin hinzu, welcher seit Jahren treuer Anhänger der Frenchcore-Fangemeinde ist.

“Doch was ist denn nun das Schönste für euch am Genre Frenchcore, was motiviert euch, um euch genau in diesem Subgenre aufzuhalten?”, hake ich neugierig nach. Ich will ja schließlich erfahren, worum es in der Musikrichtung wirklich geht. “Was ich an Frenchcore so sehr liebe ist, dass es eben richtig melodische, entspannte Tracks gibt wie z.B. von Melolife, aber eben auch unfassbar kräftige, laute und schnelle Tracks, wie die von D Frek.”, kontert mir Marvin sofort entgegen. Und Anne?

“Man kann einfach so viel mit Frenchcore machen und ich persönlich habe dies noch nie mit einer anderen Musikrichtung erlebt – es ist einfach atemberaubend. Manchmal spiele ich schnell und verliere dabei etwas die Basis dieses Sub-Genres, aber solange es im Kontext ist, was die Menschen erwarten, kann ich die Grenzen mehr und mehr pushen. Ich produziere Frenchcore, weil ich es liebe und Menschen zu sehen, die meine Musik genießen, löst einfach Glücksgefühle in mir aus. Es motiviert mich unheimlich immer weiterzumachen.”, schwärmt die DJane.

Popularität, Massentauglichkeit und der Hype rund um Frenchcore

Somit wären der Background, als auch die Besonderheit dieses Genres einleuchtend von unseren “Frenchcore-Profis” beschrieben und erklärt. Doch woher stammt der Hype? Ist Frenchcore denn wirklich “massentauglich”? Und wie ergab sich diese immens schnell wachsende Fanbase des Frenchcores? Auch danach habe ich AnneX und Marvin natürlich gefragt.

“Auf diese Frage kann ich nur als eine Art „Newcomer” antworten, da ich Frenchcore (und alle anderen Hardcore-Genres) erstmals vor drei Jahren gehört habe, als ich von Kanada in die Niederlande gezogen bin. Ich denke genau in dieser Zeit, nahm die Beliebtheit des Frenchcores auch rasant zu.” fügt Anne anfänglich hinzu, doch “Meiner Meinung nach ist Frenchcore massentauglich, weil es eine Balance zwischen „easy listening“ (sofern man Hardcore als leicht bezeichnen kann) aber auch Dynamik bildet, dadurch wird einem in diesem Genre niemals langweilig. Darüber hinaus hat man auch die Möglichkeit Songs, die Piano-Musik enthalten, zu covern, welches die Massentauglichkeit weiters fördert.”

Allerdings hat die Produzentin auch ihre ganz eigene Theorie, denn: “Das Genre ist sehr beliebt bei weiblichen Hardcore-Fans, daher besuchen auch mehr Mädchen und Frauen Frenchcore-Partys, welche diese Partys somit im Allgemeinen beliebter machen. Ich denke das gesamte Genre schwingt mit den Menschen auf einer tiefen Ebene der Selbstverwirklichung des Individuums, sprich einer Selbstverwirklichung davon, wer sie wirklich sind. Vielleicht ist dies etwas, das auf alle Musikrichtungen zutrifft, aber mir persönlich fällt dies in der Hardcore-Szene und besonders im Frenchcore am meisten auf.”

“Gerade wenn man sich einige der Newcomer anschaut, sieht man wie vielfältig Frenchcore geworden ist. Deshalb bin ich mir auch fast sicher, dass für jeden etwas dabei ist, was dieses Genre selbstverständlich wahnsinnig populär macht.” Damit nennt Marvin einen sehr nachvollziehbaren Punkt, denn: “Seien es die Frenchcore Remixe der Chartsongs (denn zu fast jedem Chartsong gibt es einen Frenchcore Remix auf Youtube oder Soundcloud) oder eben die eigenen, melodischen und beliebten Werke der Newcomer, die Frenchcore meiner Meinung nach massentauglich machen.” schließt er seine Aussage ab.

Nach definitiv aufschlussreichen Ansichten über unser französisches Lieblings-Genre möchte ich aber noch mehr wissen. Inwiefern haben die momentanen Frenchcore Ikonen Dr. Peacock und Sefa die Szene verändert? Und welche Frenchcore Künstler muss man einfach kennen? Diese Themen findet ihr nächste Woche in der zweiten Ausgaben von “In den Tiefen des Frenchcores.”

Nur ein Anliegen habe ich noch: Besucht unbedingt DJ und Produzentin AnneX auf Instagram oder auf ihrer Website und lasst euch von ihr und ihren “Livesetettes” vom Subgenre Frenchcore begeistern.

Bist du schon vorbereitet für die dieswöchige Qlimax? Nein? Kein Problem, denn wir haben alle wichtigen Informationen für dich zusammengefasst. Also vergesst nicht morgen ein Auge auf unsere Social Media Kanäle zu werfen.

In the depths of Frenchcore – 1.0.

Frenchcore. A product of the French rave and freetekno scene, which makes thousands of hard dance hearts beat faster. Originated in the early 1990s and today more popular and famous than ever. But where and when did this hype arise? And what makes the Frenchcore genre so special? We did some research, talked to fans and artists of this music and try to bring you closer to this subgenre in the first part of “In the depths of Frenchcore”.

The Frenchcore History

As mentioned above, the Frenchcore genre originally comes from the French rave and freetekno scene and emerged in the early 1990s. The first Frenchcore act, which consisted of DJ Radium and Al Core, was founded in 1992 and was called Micropoint. For many years Frenchcore was so “underground” that it was only based in Italy and France, until 2010 when the genre was reinvented, bringing many up-and-coming artists and heavy Dutch influence with it. In 2011 the first edition of “Frenchcore S’il Vous Plait” took place in the Netherlands and only one year later Thunderdome hosted its own area, which was only dedicated to this genre. Then things went uphill for Frenchcore and its producers, followed by stages at all of the essential harder styles festivals in Europe, as well as countless albums and artists who have shaped this genre of music incredibly.

Goosebump moments

“It’s the combination of the really heavy kicks and the melodies on top of them. The contrast between something that’s beautiful with something really destructive, and how they can both work together to move something in your soul.” tells me AnneX, Frenchcore productress from Canada.
“In addition, Frenchcore always manages to create something new from old classics and still not loses the magic of the classics.” adds Marvin, who has been a loyal Frenchcore fanatic for years.

“But what is the most special thing about the Frenchcore genre for you, what motivates you to stay in this subgenre?”, I ask curiously. After all, my mission is to find out what this music direction is really about. “What I love so much about Frenchcore is that there are really melodic, relaxed tracks like Melolife for example, but also incredibly powerful, loud and fast tracks ála D Frek”, Marvin countered me immediately. And Anne?

“There’s really so much that you can do with this genre and I’ve never experienced that with other music before – it’s really breath-taking. I think sometimes I play fast and loose with what the subgenre is actually supposed to sound like, but as long as it’s still within the context of what people expect more or less, then I can get away with a lot and push the boundaries bit by bit. I want to make this music because I really love it, and seeing other people appreciate it too brings me a lot of joy.  It motivates me to keep going.” says the Djane enthusiasticly.

Popularity, mass appeal and the hype surrounding Frenchcore

Well, now the background as well as the peculiarity of this genre is clearly described and explained by our “Frenchcore professionals”. But where does the hype come from? Is Frenchcore really “suitable for the masses”? And how did this immensely fast-growing Frenchcore fan base come from? I asked AnneX and Marvin about that too, of course.

“I only can answer this question as somewhat of an outsider because I only heard it (and all other Hardcore music) for the first time 3 years ago when I moved to the Netherlands, which I guess was when it was picking up in popularity.”, adds Anne in the beginning. “But I think it can really appeal to the masses with balancing between something that is “easy listening” (as far as Hardcore goes) and still really dynamic and interesting so you don’t get bored. Also I think the ability to make cover songs with it is part of its mass appeal, including piano songs that people who like Hardcore music otherwise wouldn’t be listening to.”

However, the producer also has her own theory, because: “Since there is also a relatively high proportion of girls who listen to it, there are more girls at the parties, so that tends to make them also more popular overall.
I think Frenchcore really resonates with people in a deep way and they can use it to express themselves and who they are as individuals. Maybe that’s something that’s true for all music, but I think I really see it with Hardcore and Frenchcore music in particular.”

“Especially when you look at some of the newcomers, you can see how diverse Frenchcore has become. That’s why I’m almost certain that there is something for everyone, which of course makes this genre incredibly popular.” Marvin makes a very understandable point, because: “Whether it’s the Frenchcore remixes of the chart songs (because for almost every chart song there is a Frenchcore remix on Youtube or Soundcloud) or the newcomers’ own, melodic and popular tracks, that make Frenchcore in my opinion suitable for the masses. ” he concludes his statement.

But after revealing some views on our favorite French genre, I want to know more. To what extent have the current Frenchcore icons Dr. Peacock and Sefa changed the scene? And which Frenchcore artists do you just have to know? You will find these topics next week in the second part of “In the depths of Frenchcore.”

Now I only have one more thing to say: Be sure to visit the DJ and producer AnneX on Instagram or on her website and let her and her “Livesetettes” inspire you from the subgenre Frenchcore.

Are you already prepared for this weeks Qlimax? No? Don’t worry, because tomorrow we will cover you with all the information you need.

Lydia
Reviews, Releases und ganz viel Hardcore mit Gefühl.

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