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Größer, Härter, Lauter – 15 Jahre Harmony of Hardcore – Review

Bildquelle:  © Harmony of Hardcore Facebook

Am vergangenen Samstag hieß es wieder einmal: Harmony of Hardcore! Und es sollte nicht irgendeine Harmony of Hardcore werden – mit der 15. Ausgabe nicht nur ein absolutes Jubiläum, sondern auch die bisher größte Ausgabe des Festivals. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie mir die „Harmony of Hardcore – 15 Years of the Ultimate Hardcore Feeling“ gefallen hat.

Location und Erneuerungen des Hardcore Wunderlands

Einmal im Jahr findet am Rande von Erp, einer kleineren Stadt bei Veghel, die Harmony of Hardcore statt. In einem kleinen Industriegebiet stieg ich aus dem Bus aus und trat meinen rund 20-minütigen Weg zum Festivalgelände an. Am Gelände angekommen, merkte ich direkt, dass die für den Tag angekündigten, 25 Grad sich eher wie 35 Grad anfühlten.

Nachdem ich mir am Einlass mein VIP Bändchen abgeholt hatte, konnte ich die vorher angekündigten Änderungen am Festival-Aufbau direkt erkennen: Stages standen plötzlich an anderen Standorten, die Area für die Verpflegung hatte einen neuen Platz bekommen und die Wege aus Holzplanken, welche die Verbindungen zwischen allem sicherstellen, verliefen auch komplett neu. Diese Änderungen wurden vorgenommen, weil man die Besucherzahl für das Jubiläum um satte 50 % auf ganze 45000 Besucher aufstockte und so den Besucherfluss verbessern sowie mehr Platz schaffen wollte. Letzteres hat man, in meinen Augen, NICHT geschafft. Das Gelände war in den Jahren zuvor bereits gut gefüllt gewesen. Mit nun 50 % mehr Besucher:innen reichte auch eine minimale Vergrößerung des Festivalgeländes nicht für die Menschenmasse aus. Die Folge waren zum Teil überfüllte Stages und kaum Sitzmöglichkeiten, die vorhandenen waren außerdem zumeist belegt. Bei manchen Stages kam es zudem zu kleineren Warteschlangen an den Bars.

Mein erster geplanter Weg führte mich direkt zum Tokenstand. Dort bemerkte ich, dass sich die Preise pro Token leicht erhöht hatten – um genau zu sein um knapp 33 Cent, auf 3,33 € pro Token. Diesen Preis empfand ich aber als noch angemessen, hatten doch andere Veranstalter den Preis pro Token bereits um teilweise 50–80 Cent angehoben.

Anschließend begann für mich das eigentliche Festival, in dem ich und meine Freunde der VIP Tribüne der Mainstage einen Besuch abstatteten. Von dort aus hatte man den besten Blick auf die Mainstage.  Diese war, was mir leider nicht 100 % gefiel, kleiner als die Jahre zuvor und auch das Design lies sich als gewöhnungsbedürftig einstufen.

Die Party im Überblick

Das Line-up der Harmony of Hardcore war, wie bereits bei den Ausgaben zuvor, sehr hochwertig und mit den bekanntesten Namen der Hardcore Szene versehen. Diese durften ihr Können auf 15 verschiedenen Stages beweisen. Von der Mainstage, über die Ravezone, dem Extreme Darkness Floor, dem Millenium Mountain bis hin zu Beer Garden und einer Silent Disco – die verschiedenen Stages hätten, egal ob in Größe oder gespieltem Hardcore Genre, nicht unterschiedlicher sein können. Es kam wirklich jede:r auf ihre/seine Kosten.

Nachdem ich mir in den ersten Stunden einen Überblick verschafft hatte, zog es mich als Erstes zur Footworxx Stage. Dort sollte es um 16:15 Uhr ein Industrial und Breakcore Battle der Extraklasse geben – Detest legte zusammen mit eDUB auf. Also zumindest in der Theorie sollte dies genau so passieren, aber in der Praxis kam alles anders. eDUB`s Flug wurde leider kurzfristig gecancelt, weswegen Detest die Menge alleine unterhalten musste, was er aber grandios machte.

Nach einem kurzen Abstecher zu den Sets von Dither und GPF auf der Mainstage, führte mich mein Weg um 19:30 Uhr zur Extreme Darkness Stage, denn dort legte Dimitri K vs. Major Conspiracy auf. Da es dieses Jahr zum ersten Mal eine VIP Tribüne bei der Extreme Darkness Stage gab, konnte ich dieses Set mit bester Sicht genießen. Der komplette Floor war mit Leuten gefüllt und es gab fast keinen Platz zum Tanzen mehr. Dies störte aber niemanden, denn Dimitri K und Major Conspiracy brachten mit jedem neuen Kick die Menge zum Ausrasten. Dabei entstand 60 Minuten lang ein absolut genialer Vibe.

Dimitri K vs. Major Conspiracy auf der Extreme Darkness © Harmony of Hardcore Facebook
Dimitri K vs. Major Conspiracy auf der Extreme Darkness © Harmony of Hardcore Facebook

Danach hieß es für mich aber auch schon ab zur Mainstage, denn hier sollte wenige Minuten später Partyraiser auflegen. Bei dieser angekommen bemerkte man nicht nur, dass der Floor gut gefüllt war, sondern auch, dass schräg hinter der Mainstage langsam die Sonne unterging. Dies machte die kommenden Minuten zu etwas ganz Besonderem. Partyraiser brachte zudem einmal mehr mit einigen neuen Tracks und Edits den Floor zum Beben.

Die Anthem Show

Nach dem Set von Partyraiser war es nun so weit: Die Anthem-Show. Die knapp 10-minütige Show drehte sich voll und ganz um das Anthem von Spitnoise, welches durch eine kleine Lichtshow und dem ersten Feuerwerk des Tages unterstützt wurde. Obwohl der Floor sehr gut gefüllt war, gab es teilweise verwunderte Gesichter. Dies lag daran, dass man auf dem vorher bekannt gegebenen Timetable die Anzeige mit der Anthem-Show sehr schlecht erkennen konnte. Die Tatsache, dass dies im Vorhinein sehr schlecht kommuniziert wurde, fand ich sehr schade. Viele wussten wahrscheinlich nichts davon und haben aufgrund dessen die Anthem-Show womöglich verpasst.

Das Set des Tages

Nun konnte mich mein Weg nur zu einer Stage führen: Der Ravezone. Hier legte um 22:00 Uhr für eine Stunde zum ersten Mal in der Geschichte der Harmony of Hardcore Cryogenic auf. Und dieser spielte ein absolut geniales Set! Der Floor bebte 60 Minuten durchgehend und mit jedem neuen Kick ging ein immer größeres Raunen durch die Menge. – Für mich war es DAS Set des Tages!

Cryogenic Ravezone @Harmony of Hardcore
Cryogenic in der Ravezone © Harmony of Hardcore Facebook

Anschließend blieben meine Freunde und ich auf der Ravezone, denn dort sollte es zum traditionellen Closing durch Partyraiser kommen. Wer öfter die Sets von Wes besucht, weiß, dass er bei dem Closing der Ravezone immer sein wahrscheinlich schnellstes Set des Jahres spielt. Dieses war auch im Grunde so, es gab aber ein Problem: Da Cryogenic mit seinem Set vorher neue Maßstäbe und ein neues Tempo setzte, war das Partyraiser Set fast schon zu langsam für den Vibe der Menge.

Abschließend ging es für mich zur Mainstage, denn dort gab es vor der Endshow das Set des Anthem Makers zu hören. Spitnoise spielte ein wirklich gutes Set und bekam als Unterstützung eine wirklich schöne Lichtshow spendiert. Zu hören gab es neben der neuen Collab mit N-Vitral natürlich auch einmal mehr das Anthem.

Die Endshow

Die 30-minütige Endshow ist bei jeder Harmony of Hardcore eines der Highlights schlechthin. Im Normalfall wird diese immer wie eine kleine Geschichte erzählt und ist gefüllt mit den verschiedensten Tracks – von Early Hardcore Klassikern über Uptempo, exklusiven Edits und Remixes bis hin zu Terror ist dort alles vertreten. Für das Jubiläum entschied man sich jedoch eine noch speziellere Endshow abzuliefern, welche in drei Parts unterteilt wurde. Jeder Part stellte einen bestimmten Zeitabschnitt in der Geschichte der Harmony of Hardcore dar und wurde von ein bis zwei DJ`s verkörpert, welche die jeweilige Ära mit ihrem unverwechselbaren Sound geprägt hatten. Für den Part der Jahre 1–5 kamen DJ Rob und MC Joe auf die Bühne. Für den Abschnitt der Jahre 6–10 war Promo vertreten. Und den Abschluss für die Jahre 11–15 lieferten Partyraiser und Dr. Peacock mit ihrem Klassiker „Trip to Holland“. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Endshow in meinen Augen eher durchschnittlich, weil kaum Feuerwerk zum Einsatz kam und man dies so nicht von den Harmony of Hardcore Endshows der vergangenen Jahre gewohnt war.

Der Moment, der die ganze Endshow veränderte

Nachdem die 15 Jahre der Harmony of Hardcore präsentiert wurden, wurde die Bühne plötzlich dunkel. Die markante Harmony of Hardcore Stimme wandte sich an die Menge und sagte: „And now it`s time to take a look into the future of the ultimate Hardcore Feeling … please welcome: Sefa!“ Und innerhalb von einigen Sekunden nahm die gesamte Endshow einen kompletten Wandel. Jede:r, die/der die Tracks von Sefa kennt, wusste, was nun folgen wird: Ein Mix aus wunderschönen Melodien und zerstörerischen Frenchcore Kicks. Aber nicht nur dies geschah in den kommenden 4 Minuten, sondern die Licht- und Pyrotechniker von Par-T übertrafen ihre bisherigen Endshows. So zündeten sie so viele Laser und Feuerwerk, wie man gefühlt in der gesamten Samstags Endshow der Defqon.1 erleben kann! Man bekam einfach sofort Gänsehaut am ganzen Körper und kam nicht mehr aus dem Staunen heraus. – Was für ein magischer Moment!

Harmony of Hardcore Stage
Harmony of Hardcore Endshow © Harmony of Hardcore Facebook

Mein Fazit zur Harmony of Hardcore 2022

Die diesjährige Harmony of Hardcore war meine bereits 4. Ausgabe in Folge und hat mich einmal mehr absolut überzeugt. Vom Festival Design bis hin zum Line-up stimmte für mich einfach alles. Da konnte ich auch über ein viel zu volles Festival-Gelände hinwegsehen.

Für noch mehr Harmony of Hardcore, könnt ihr hier auf der Facebook Seite des Events vorbeischauen.

Ihr interessiert euch auch für deutsche Festivals? Dann solltet ihr euch diesen Artikel über das erste Outdoor Festival der Musical Madness nicht entgehen lassen.

Tim
"Music is an expression of our inner creativity. It's our gift so we should have the choice of it's direction." B-Front - Inner Creativity

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