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Harder Styles auf Tomorrowland Weekend 1 – Review

Fotocredits: © Tomorrowland Media Team

Alle drei Tomorrowland Wochenenden sind vorbei, die Taschen ausgepackt, der Kopf ist voller Erinnerungen. Wie ich als eingesessener Harder Styles Fan das Festival dieses Jahr empfunden habe, lest ihr im folgenden Artikel.

Wenn man an das Tomorrowland Festival denkt, geht der erste Gedanke nicht unbedingt an „Harder Styles“. Sondern eher an die klassischen EDM Songs, gespielt von DJ’s wie Martin Garrix auf der, immer wieder atemberaubenden, Mainstage.

Jedoch macht sich in den letzten Jahren ein starker Anstieg des Einflusses von Hardstyle in der EDM Szene bemerkbar. Dies macht sich besonders in den Sets verschiedener „Mainstream“ DJ’s bemerkbar. Dieses Phänomen ist mir auch am ersten Wochenende von Tomorrowland aufgefallen, als ich zum fünften Mal das Festival in Boom, Belgien besucht habe.

An jedem Tag ist dort, auf einer der insgesamt 16 großen oder kleinen Bühnen, eine Art von Harder Styles Vertreten.

Freitag – Pussy Lounge Hosting

Beginnen wir dem Freitag, der durch den klassischen Vibe des niederländischen Veranstalters Pussy Lounge geprägt wurde. Das Line-up ging von Outsiderz, Pat B über zu The Viper und Paul Elstak in den späteren Stunden. Trotz das Freitag ein Tag ist, an dem die meisten Leute das Festival Gelände erkunden und nie lange auf einer Stage bleiben, war die „Youphoria Stage“ jederzeit sehr gut besucht. Ob es an den leicht bekleideten Tänzerinnen lag, die sich in üblicher Pussy Lounge Manier auf der Bühne räkelten? Das sei dahingestellt.

Die „Youphoria Stage“ von Tomorrowland ©Tomorrowland Media Team

Der übliche Q-Dance Samstag auf Tomorrowland

Samstags ist immer wieder ein Highlight für die Liebhaber:innen von härterer Musik, da Q-Dance das Hosting einer Stage übernimmt. In den letzten Jahren war diese meist unter freiem Himmel. Allerdings ist sie in diesem Jahr auf die allseits beliebte „Freedom Stage“ verlegt worden. Eine komplett überdachte und imposante Stage, an der man sich an Bild- und Lichteffekten nicht sattsehen kann.

Dieses Jahr bot sich ein klassisches Q-Dance Line-up: Sound Rush, Keltek, Devin Wild, Sefa als Closing und mein persönliches Highlight: Die „Renaissance of Rave“ Show von Sub Zero Project.

Bei dieser Show konnte man sich vor unglaublichen Visuals kaum retten. Umgewandelte, klassische Gemälde wie die Mona Lisa wurden durch die bekannten Logos und Gesichter des Sub Zero Project-Duoy (bestehend aus Thomas Velderman und Nigel Coppen) ausgetauscht. Gemischt mit den außergewöhnlichen Sounds aus deren neuen Album „Renaissance or Rave“ bat sich ein Feuerwerk an Bild- und Toneffekten. Selbst für einen eingesessenen Festivalgänger wie mich faszinierend. Die beiden Jungs hatten jedoch noch ein kleines Ass im Ärmel. Niemand geringeres als Timmy Trumpet sprang während des Sets hinter dem DJ-Pult hervor. Die drei schmetterten daraufhin deren gemeinsamen Song „Soft Ass Shit“ – ein Auszug aus dem neuen Album.

Abgeschlossen wurde der Samstagabend durch schnelle Beats, geliefert von Sefa höchstpersönlich.

Die Freedom Stage wird durch Sub Zero Project zerlegt ©Tomorrowland Media Team

Harte Beats am Sonntag zum Abschluss

Der Sonntag endete fulminant – mit einem starken Hardcore Line-up in der „CAGE“ Stage – Hosted by Footworx. Von Agressive Noize über Estasia und Tha Playah bis hin zu Dimitri K – der Sonntag wies bei Weitem keine Schwäche im Line-up vor. Im Gegenteil. Teilweise musste die Stage durch Security wegen Überfüllung geschlossen werden, wie beispielsweise beim Set von Dimitri K.

Was ist mit Hardstyle auf den anderen Stages ?

Natürlich habe ich mir auch einige Sets auf den anderen Bühnen angesehen. Dabei ist auf jeden Fall klar geworden: Einige der DJ’s aus verschiedenen elektronischen Musikrichtungen springen gerade auf den „Harder Styles-Zug“ auf.

Zum Beispiel spielte der norwegische DJ Tungevaag zum Ende seines Sets zwei Hardstyle Songs. Allerdings hat er absolut nichts mit dem Genre am Hut. Bekannt wurde er nämlich durch einige Radio Songs wie „Wicked Wonderland“ oder „Ride with me“.

Weltstars wie Hardwell oder Timmy Trumpet wagen es schon seit einigen Jahren ihre Sets auf der Mainstage mit Hardstyle Songs zu closen. – Wie auch in diesem Jahr.

Bisher wurde aber selten das Line-up der Mainstage durch Hardstyle DJ’s bestückt. Denn geschafft haben es nur Da Tweekaz (2019 und 2022) und Coone (2018). Das Set von Coone, als erster Hardstyle DJ auf der Tomorrowland Mainstage überhaupt, erlebt ihr hier.

Fazit – Lohnt es sich also, Tomorrowland zu besuchen?

Musiktechnisch ist für wirklich JEDEN etwas dabei. Vom klassischen EDM Set zum Hardcore Set ist alles auf Tomorrowland vertreten. Falls es noch etwas Überzeugungsarbeit benötigt: Lasst euch von der gesamten Aufmachung, der unfassbar guten Organisation sowie Festival- und Campinggelände überzeugen. Ich werde jedenfalls nächstes Jahr mit Freude mein sechstes Mal auf diesem Event verbringen.

Unsere Redakteurin Leo hat letztes Jahr schon einen Artikel über die Mainstream-Fähigkeit von Hardstyle verfasst. – Mehr dazu hier.

Rose
"One blood, one tribe, we can outlast everything." - Colors of the Night - Wildstylez ft. Michael Jo

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