Phoenix 100
Festivals

Harder Styles unter Regeln – PHOENIX 100

100 Personen, Beschränkungen, Vorschriften, zugewiesene Tische mit Sitzplätzen und trotzdem die volle Dröhnung Bass. Diese Kombination bietet das Konzept der Phoenix 100 Veranstaltungen im holländischen Gemert. Dort wird versucht auch unter den coronabedingten Einschränkungen Party-Feeling zu vermitteln. Ob dies klappt? Wir waren für euch vor Ort.

Organisation

Die Veranstaltungs-Reihe Phoenix 100 findet momentan wöchentlich, größtenteils zwischen 19:00 und 24:00 Uhr, im Time Out in Gemert statt und bietet alles, was das Harder Styles Herz höher schlagen lässt: Von Rawstyle, über Hardcore bis hin zu Uptempo Events inklusive verschiedensten Headlinern, Album Showcases oder Label Nights.

Tickets gibt es immer nur pro Tisch (sprich: 1 Ticket, 2 Personen) zu kaufen und die Kosten bewegen sich zwischen 50,00 € und 75,00 €, je nach Abend und Event. Welche Veranstaltungen ihr in nächster Zeit von den Organisatoren des Phoenix Festivals erwarten könnt, seht ihr übrigens hier.

Ablauf & Vorschriften

Zu Beginn des Events wird man, nach den üblichen Kontrollen, jeweils in kleinen Grüppchen zu seinem Tisch des Abends geführt. Dort kann man auch, mit den zuvor erworbenen Tokens, seine Getränke bestellen. Denn die gewohnte Bar gibt es auf der Phoenix 100 nicht. Man ist angehalten sich die gesamte Veranstaltung hinweg an seinem zugewiesenen Tisch aufzuhalten – WC-Gänge und Raucherpausen (wenn man sich in einer Area befindet, die diese Möglichkeit bietet) ausgenommen.

Dies ist meiner Meinung nach der größte Unterschied zu den herkömmlichen Partys vor der Corona Pandemie. Doch auch die geringe Anzahl an Menschen im Raum ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Denn die Phoenix 100 Veranstaltungen dürfen, wie der Name schon verrät, nur 100 Personen pro Area betreten.

Die mir am häufigsten gestellte Frage war wohl: Ist tanzen erlaubt? Die Antwort lautet: Jein. Grundsätzlich muss man sich die gesamte Zeit über auf seinem Stuhl befinden, doch auch hier werden die meisten kreativ und kreieren ihre eigene Möglichkeit um sich zu den dröhnenden Kicks zu bewegen. Und wenn einen dann doch die Euphorie packt und man es nicht mehr aushält seine Füße still zu halten, dann übersieht die Security auch mal lächelnd und gerne ein paar Minütchen Getanze.

Stimmung

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Album Showcase von Bulletproof absolut ohne Erwartungen betrat. Dafür war mir das gesamte Konzept doch zu anders, zu neu und zu „klein“. Doch verlassen habe ich es mit einer komplett neuen Einstellung dazu. 100 Personen hört sich anfangs absolut mickrig an, doch welch eine Stimmung 100 Menschen, die seit Monaten keinen Fuß mehr auf eine Party setzten, verbreiten können, ist kaum in Worte zu fassen. Es wurde gegrölt, geklatscht, gesungen und gejubelt. Jede/r Anwesende strahlte eine Art Glücksgefühl aus, wie ich es schon lange nicht mehr sah und jede Sekunde wurde als etwas besonderes zelebriert. Niemals hätte ich einen derartigen Vibe auf solch einer kleinen Veranstaltung, unter oben genannten Auflagen, erwartet, doch ich wurde überrascht und eines besseren belehrt.

Des Weiteren waren es nicht nur die Gäste, die vor Motivation überströmten, auch den Artists konnte man die lange Party-Abstinenz ansehen. Dementsprechend kochend war die Stimmung!

Der Showcase

Schneller, härter, lauter. Dies war die Devise auf Bulletproofs Album Showcase zu ihrem ersten Solo Album „No Mercy“. Als Unterstützung hatte die DJane Access One, F.Noize und auch Partyraiser mit im Gepäck. Unzählige BPM schmetterten durch den Raum, während Tha Watcher, der MC des Abends, die kleine Partymeute immer wieder anheizte. Collabs mit Cryogenic und einigen weiteren Künstler der Uptempo Szene wurden präsentiert und der Niederländerin war der Stolz und die Freude förmlich ins Gesicht geschrieben. „No Mercy“ wird vorraussichtlich im September diesen Jahres released und ist ein „Must have“ für jeden Anhänger des Uptempo Hardcores.

Fazit

Natürlich ist die Phoenix 100 nicht mit einem riesigen Festival zu vergleichen, nichts desto trotz ist sie, meiner Meinung nach, einen Besuch wert. Ich kann also allen Feierwütigen, die die erste Party nach dem Lockdown kaum abwarten können, nur ans Herz legen, der Phoenix Event-Reihe eine Chance zu geben und sich sein eigenes Bild darüber zu machen.

Wie bekommt man einen Vertrag bei einem Label, ohne auch nur ein einziges Demo zu verschicken? Industrial Hardcore Produzent Hardez hat in unserer Artikel-Reihe „Support Your Locals“ aus dem Nähkästchen geplaudert.

Lydia
“I want to represent an idea, possibilities. I want to represent the idea that I can create whatever I want to create.” - Bogotá, Miss K8 & Angerfist

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